Das Problem mit 'Vertrau uns'
In den meisten digitalen Systemen vertraust du darauf, dass der Betreiber die Ergebnisse ehrlich meldet. Bei einer Abstimmung ist das eine schwache Grundlage: Der Betreiber kann sich irren, kompromittiert werden oder selbst bei ehrlichem Verhalten der Voreingenommenheit verdächtigt werden. Verifizierbarkeit ersetzt Vertrauen durch Beweise.
Was End-to-End-Verifizierbarkeit bedeutet
End-to-End-Verifizierbarkeit (oft E2E-V genannt) bietet zwei Garantien. 'Recorded as cast' bedeutet, dass jede wählende Person bestätigen kann, dass ihr Stimmzettel korrekt erfasst wurde. 'Counted as recorded' bedeutet, dass jede Person verifizieren kann, dass die Endauszählung die korrekte Summe aller erfassten Stimmzettel ist.
Wichtig ist: Diese Prüfungen verraten nichts darüber, wie eine einzelne Person abgestimmt hat. Verifizierbarkeit und Geheimhaltung stehen nicht im Widerspruch, ein gut konzipiertes System bietet beides.
Wie Wählende und Beobachter ein Ergebnis prüfen
Jede wählende Person erhält eine Möglichkeit, zu bestätigen, dass ihr Stimmzettel in der endgültigen Menge enthalten ist, meist über einen Tracker, der ihre Wahl nicht preisgibt. Unabhängige Beobachter können die verschlüsselten Stimmzettel und die Nachweise herunterladen und die Verifikation selbst erneut durchführen.
Weil Daten und Verfahren öffentlich sind, muss man keinem Einzelnen, auch nicht dem Anbieter, vertrauen, damit das Ergebnis glaubwürdig ist.
Warum das für die Legitimität zählt
Ein Ergebnis, das sich unabhängig prüfen lässt, ist viel schwerer anzufechten. Wenn eine Abstimmung knapp oder politisch aufgeladen ist, macht Verifizierbarkeit aus 'Wir haben ausgezählt, du musst uns glauben' ein 'Hier ist der Nachweis, prüf es nach'.
Internationale Leitlinien für E-Voting, etwa die Empfehlungen des Europarats, weisen Organisationen genau auf diese Art von Transparenz und Nachweisen hin.